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Die Lied der Liebe, eine Meditation auf dem Tode

Homily
Sonntag,
28. Januar 2007, 2. Sonntag des Jahreskreis

St. Joseph Parish, Detroit

 

            Heute betrachten wir die Textstelle vom Heiligen Paulus in dem ersten Korintherbrief, wo er das „Lied der Liebe“ geschrieben hat.

            Viele junge  Brautpaare kommen voller Freude zum Altar Gottes, mit brennenden Herzen, Hoffnungen und auch Sorgen über der Zukunft, um zu heiraten. Ich finde, daß diese Stelle eine der am meistgewählten ist. „wenn ich aber keine Liebe habe, so bin ich nichts… die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig;  die Liebe ist nicht eifersüchtig … die Liebe erduldet alles.“ Die Stelle ist populär, und zwar mit Recht.

            Ich möchte heute diese Stelle betrachten, aber, in einem weiteren Zusammenhang als nur in der Ehe.  Das ist die Liebe, die wir für unseren Nächsten haben sollen, nicht nur  dem Ehepartner, der Familie und Freunden gegenüber; gewiß, es ist die Liebe, die wir auch für Gott haben müssen.

            Diese Liebe ist mit dem Heiligen Geist gefüllt; sie stammt von Gott, und kehrt wieder zu Ihm zurück, so wie der Regen auf dem Erde fällt, und endlich zum Himmel aufsteigt,  nur um wieder zu fallen. Ihre Seele ist nicht menschlich, nicht naturgemäß, sondern übernatürlich und Göttlich. Deshalb haben wir im  Christentum einen anderen Namen als „Liebe“ dafür. Wir nennen diese göttliche Liebe „Karitas.“ Liebe ist Zuneigung, Karitas ist Entscheidung; Liebe ist Anziehungskraft, Karitas ist Anstoß; Liebe lebt und blüht in der Kommunion mit dem Nächsten, aber Karitas ist aus Einheit mit Gott geboren, besonders durch Gebet und Sakramente. Im Sprechen, jedoch, benutzen wir diese Worte, Liebe und Karitas,  als wären sie austauschbar; aber in Wirklichkeiten sind sie sehr verschieden. Wenn wir heute diese Worte benutzen, verstehen wir, daß in dieser Stelle der heilige Paulus sich auf die Nächstenliebe des Heiligen selbst bezieht, eine Liebe in der Kenntnis des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

            Ein beeindruckender Aspekt dieses Liedes der Liebe ist, daß es die Wahrheit über Zeit und Tod darlegt, auch wenn es niemals das Wort „Tod“ benutzt. Ewigkeit ist zeitlos und fordert die Zeit, in der alles vergeht, heraus. Liebe hebt den Menschen aus der vorübergehenden  Beschaffenheit dieser Welt , und bringt ihn in die Ewigkeit, wo Gott lebt. Deshalb, wenn man alles besitzt, aber die Liebe fehlt, hat man in Wirklichkeit garnichts. Unsere Erfahrungen mit dieser Wahrheit könnten viele Stunden wertvoller Unterhaltung füllen, weil wir alle Menschen kennen, die Geld über ihre eigenen Familien, Ruhm über Gewissen, Genuss über Verheißung, Übel über Güte gewählt haben. Menschen, die die Liebe aufgeben, haben nichts und sind nichts, und werden alle vergehen. Und so bringen uns die Betrachtungen des Heiligen Paulus über die Liebe der Tatsache gegenüber, daß unsere Seele von unserem Leib getrennt wird, diese Welt verläßt, und alles weltliche hinterlassen muß.

            Der Heilige Paulus erklärt weiterhin, daß unserer jetziger Zustand zu Ende kommt, und nur die Liebe bleiben wird. Auch wenn man besondere geistliche Gaben hat, zum Beispiel Gaben wie Prophezeiung, die Gabe aller Sprachen, die die Jünger zu Pfingsten erhielten, außerordentliche Gaben in Gebet, Bilokation, Visionen, Lokutionen und so weiter, alle solche Gaben enden,  sagt der Heilige Paulus. Wann werden sie enden? Er beschreibt nicht,  was offensichtlich und klar ist, nämlich, daß diese Gaben enden wenn  wir sterben. In dieser Welt  sind wir wie Kindern, aber im Himmel werden wir wie Erwachsene sein, mit größeren Taten und tieferer Weisheit. In dieser Welt kennen wir Gott nur sehr schwach und unklar, durch Sakramente und Geheimnis;  aber, wenn wir sterben, werden wir Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.

            Und so erleuchtet die Erfahrung des Todes das Wesen des Lebens, und unsere Betrachtungen über unseren eigenen Tod sollen es bewirken, daß wir nicht depressive Verstimmungen oder Verzweifelung oder Entmutigung erfahren, sondern nur die Liebe erleben, besondere die Liebe, die "Karitas" heißt.

            Wenn es so ist, verstehen wir, daß die Liebe keine Sozialarbeit ist, keine Ankreuzungen unserer Liste der Verpflichtungen, was man erfüllen muß, auch wenn man seinen Nächsten haßt, und die Liebe ist auch keine leere Spende an die Armen, und nicht nur ein Gefühl. Es ist eine Nachahmung Gottes, eine echte Sorge für das ewige und zeitliche Wohl des anderen, eine menschliche Beziehung zwischen Personen, nicht um der Beziehung willen, sondern um Gottes willen.

            Brüder und Schwestern in Christus, Kinder des allmächtigen Vaters, Lieben Sie Gott über alles, und lieben Sie einander um den Himmel zu erreichen.