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Das Leben und das Sterben des Leibes und der Seele

Homily
Sonntag,
25. März 2007, 2. Sonntag der Fastenzeit, C (Lesungen A)

St. Joseph Parish, Detroit

 

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            Heute müssen wir über das Geheimnis des Sterbens nachsinnen, das Sterben des Leibes, und dann der Seele, und endlich auf Jesus Christus, der die Auferstehung und das Leben ist. Durch die Auferstehung des Lazarus von den Toten, finden wir eine Vorahnung und ein Versprechen des Sieges Christi über die Sünde.

            Nächste Woche, feiern wir Palmsonntag. Das bedeutet, dass die Tage der Gnade und der Buße schnell zu Ende kommen. Lassen Sie nicht in Ihrer Busse nach, aber tun Sie sie desto mehr, wie ein Athlet, der am Ende eines Wettrennens schneller läuft.    Nach Palmsonntag kommt die Karwoche, in der wir durch sein Leiden und Sterben  an der Passion Christi teilnehmen. Die Karwoche endet mit der Auferstehung, die Licht in die Welt der menschlichen Hoffnungslosigkeit gebracht hat.

            Das Sterben ist die Trennung des Leibes von der Seele. Es ist fortdauernd, aber nur bis zur allgemeinen Auferstehung am Ende der Zeit. Der Tod wurde als eine Strafe in die Welt eingeführt. Dies finden wir nicht nur in der Heiligen Schrift, [1] aber auch in den Lehrungen der Kirchenväter, wie der Heilige Irenaeus in seinem Gegen der Häretiker. [2] Aristoteles benennt den Tod als die größte mögliche Strafe. [3]

            Als Lazarus starb, tat Jesus nichts, um es zu verhindern. Als er zum Hause seiner Schwestern ging, die er liebte – und wie es die Welt benötigt, von Gott zu lernen, wie wir einander lieben müssen, und wie alle Frauen geliebt sein sollen! – weil er sie liebte, und sie an ihn glaubten, hat er für sie eines der größten Wunder vollbracht. Marta lief, um ihn zu grüßen, und Maria wartete, um gerufen zu werden, und so hatten beide Seelen auf verschiedener Weise eine echte Begegnung mit Christus. Marta wusste, dass Jesus der Messias war, und glaubte an die Auferstehung. Als Jesus den Lazarus sehen wollte, fragte er, „Wo habt ihr ihn begraben?“ (Io 11:34). Beachten sie hier: Jesus wendete sich an ihn, nicht als „Der Leib des Lazarus,“ sondern einfach an „ihn.“ Denn auch nach dem Tode ist der Leib nicht etwas, das wir in den Abfall werfen, sondern ein Gefäß, dass durch die Anwesenheit der Seele, die es einmal enthalten hat, geheiligt wird. Deshalb beerdigen wir die Verstorbenen, und wir tun dies auch mit Begräbniszeremonien und Gebeten.   Jedoch lesen wir heute in den Briefen an die Römer, dass es einen anderen, mehr grauenhaften Tod gibt, den Tode der Seele. Der Heilige Paulus sagt: „Der Leib ist tot der Sünden wegen,“ wie wir heute gelesen haben. Da stellt sich eine Frage:  Wie ist es, das mein Körper durch Sünde gestorben ist, aber hier bin ich, lebend, um den Heiligen Paulus zu hören? Kann ich gleichzeitig lebendig und tot sein? Das ist tatsächlich möglich, obwohl nicht in der gleichen Weise. Es gibt das Leben des Körpers, und dann gibt es das Leben der Seele, welche das Leben durch Gnade ist.

             Der Tod, sei es des Körpers oder der Seele, muss im Sinne von Mangel verstanden werden. Es ist das Übel, durch das die Natur eines Wesens weggenommen wurde. Es sollte dort etwas Gutes sein,  aber es ist nicht da. Wir sagen nicht, das die Steine gestorben sind, weil sie niemals lebendig waren. Wir sagen, dass die Leiche eines Menschen oder der Kadaver eines Tieres gestorben ist, weil sie von dem, was sie beseelt und vereinigt hat, getrennt wurden.           In einem lebendigen Körper, arbeiten alle Organe um des Ganzen willen zusammen. Die Füße bringen uns zum Tisch, die Nase riecht und das Mund isst, die Augen unterscheiden die Qualität des Essens, die Organe verarbeiten alles,  jeder in seine eigener Weise.          Jeder Teil arbeitet für das vereinte Ganze mit.. In einer lebendigen Seele, alle Fakultäten (wie die Intellekt, der Wille, Vorstellungskraft, Gedächtnis, Sinne, Leidenschaften, Emotionen, und so weiter) funktionieren, einheitlich, durch Vernunft beherrscht, welche wiederum von Gott beherrscht ist.

            Im Gegensatz dazu, arbeiten in einem verstorbenen Körper keine der Organe zusammen , und das Ganze verwehst in zahllose getrennte Teile. In einer gestorbenen Seele, arbeiten keiner der Fakultäten zusammen; jede versucht es, uns in eine andere Richtung zu ziehen;  Wille gegen Passionen, Intellekt gegen Vorstellungskraft.  Durch die Sünde, sind unsere lebendigen Körper mit einer gestorbenen Seele gefüllt, eine Seele voll Trennungen und Korruption. Der Heilige Augustin nennt der „Tod der Sünde.“ [4]

            Jedoch ist der Tod nicht das letzte Wort über die Existenz des Menschen. Deshalb hat Jesus gesagt, „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde“ (Io 11:4). Und so endet der Mensch nicht mit dem Tod seines Körpers, er lebt weiter, und er wird  von Gott beurteilt, und lebt für immer im Himmel oder in der Hölle.              Darüber hinaus war Jesus im Begriff, die Auferstehung aller Toten am Ende der Zeit mit einem vollkommenen Wunder zu offenbaren. Er wachte den Lazarus von den Toten auf, und auf diese Weise verherrlichte sein Tod Gott den Herrn.

            Jetzt müssen wir fragen:  wenn Jesus einen Menschen auferweckt hat, könnte er, würde er alle Menschen auferwecken? Jesus war nicht gekommen, um Lazarus vom Tode zu erwecken; und letzten Endes musste Lazarus doch sterben. Diese Auferstehung war nur ein Zeichen etwas größeren, ein Zeichen der zweiten Erschaffung des Menschen durch die Taufe, und seines Sieges über die Sünde. Und durch die Taufe ist man vom Tode der Erbsünde auferstanden,  und sogar von der persönlichen Sünde – ein Tod noch schlimmer als der Tod des Leibes-  und damit kommt das Versprechen des ewigen Lebens. Jesus verknüpft diese Auferstehung mit seiner eigenen Person wenn er sagt, „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ [5] Unser Antwort ist, deshalb, ja: Christus wird viele Menschen auferwecken, zuerst durch die Taufe, dann durch die Reue der Getauften, die wieder in die Sünde fallen, und dann mit der allgemeinen Auferstehung am Ende der Zeit.

            Der Heilige Paulus sagt, „Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen“ (1 Thess 4:16).  Deshalb, wenn Die auferstehen wollen, leben Sie im Geiste. Entsagen Die dem Tode der Sünde. Lassen Sie sich taufen, und beichten Sie ihre Sünden. Empfangen Sie die Sakramente, üben Sie die Tugenden, und seien Sie den sieben Gaben des Heiligen Geistes fügsam.

            Aber viele sagen, „Wir sind zu schwach, auf unsere sündhaften Gewohnheiten zu verzichten.“ Der Tod unserer Sünden ist so tief, wie können wir sie hinterlassen? Sie hören sich an wie diejenigen, die den Lazarus sterben sahen, und, ganz überzeugt, dass das Sterben das letzte Wort auf den Menschen sei, dachten, dass nicht einmal Jesus Christus selbst etwas machen könnte. Und so denken wir gleichfalls, dass Jesus uns nicht von unseren Sünden retten kann, dass die Sünde das letzte Wort hat. Aber Jesus Christus beendet derartiges Denken mit den Worten, „Dein Bruder wird auferstehen.“

            Wenn der Tod das Ergebnis von Sünde ist, und Jesus den Lazarus von den Toten auferwecken kann, dann kann Jesus auch der Sünde ein Ende machen. Es ist wahr, dass Sie Ihre sündhaften Gewohnheiten nicht aufgeben können, wenigsten können Sie es nicht allein.  Jesus, aber, ist Gott, und er kann Sie so hoch in der Heiligkeit bringen, wie Sie es niemals für möglich gehalten können  . Geben Sie sich zu Jesus hin, und Jesus, der die Auferstehung und das Leben ist, wir Sie lebendig machen. Amen.


 

[1] Gen 2:17; Rom 5:12, Wis 2:23-24, etc.

[2] St. Irenaeus, Contra Hereses, V, 23.

[3] Aristotle, Ethic. III, 6.

[4] St. Augustine, Tractate 36 on the Gospel of St. John.

[5] KKK 994.