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"Wort" und Jesus Christus

Homilie

Weihnacht, 2006, Messe im Tage

Sankt Josef Kirche, Detroit

(St. Joseph Parish, Detroit)

 

King and God and sacrifice;
Alleluia, Alleluia,
Sounds through the earth and skies.

 

            Auch wenn wir die Weihnachtsmesse auf Deutsch feiern, wollte ich mit diesem Wort aus We Three Kings anfangen. Sie lehren uns die Bedeutung der Geschenke von Gold, Weirauch und Myrrhe. Diese Gaben offenbaren den Augen des Glaubens die Wahrheit, eine Wahrheit, welche die irdischen Augen nicht sehen können.

            Ich erwarte immer mit Freude die Messe vom Weihnachtstag, besonders wegen der Lesung aus dem Prolog des Evangeliums nach Johannes. „Am Anfang war das Wort.“[1] Ist es nicht wahr, das das Buch Genesis gleich am Anfang sagt, „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“  Und Gott sprach, „Es werde Licht!“[2] Ähnlich zur Schöpfungsgeschichte, ist der Prolog Johannes eine solche Neue Genesis, mit einem neuen Anfang des neuen Bundes des Lebens in Christus. Man findet viel über das Licht in dem Prolog Johannes.

            Jesus Christus ist „das Licht aller Menschen.“ Jesus ist das Licht,[3] Johannes legte Zeugnis ab vom Licht,[4] und jetzt sehen wir seine Herrlichkeit wegen des Lichtes,[5] und sehen die Offenbarung des Vaters.[6]

            Das stellt uns ein Rätsel vor. Jesus ist das Wort. Oft denken wir an ein Wort wie als etwas, das wir lesen; aber viele wissen was ein Wort ist, auch diejenige, die nicht lesen können. Deshalb haben alle die Erfahrung eines Wortes als etwas, das man hört. Wenn wir ein gesprochenes Wort hören, hören wir ein Menschen, der es versucht, etwas auszudrücken. Das ist was ein Wort ist, und was ein Wort macht; ein Wort drückt eine Wirklichkeit aus. Das Wort bekundet was eine Begriff ist, und eine Begriff ist was eine Ding ist. Also, wenn ein Wort etwas ist, was gehört ist, wie kann das ewige Wort „Licht“ sein? Das Licht ist für die Augen, und das Wort ist für die Ohren.

            Fangen wir an, dieses Rätsel auf folgender Weise zu lösen. Weil Jesus das Wort ist, was drückt er aus? Der Heilige Johannes sagt zu uns, dass das Wort, das der „eingeborene Gott“ ist, uns „Gott,“[7] offenbart, das heißt, Gott den Vater. Er ist der vollkommene Ausdruck des Vaters, genau so, das es nichts im Vater gibt, was nicht im Sohn ist, außer seine Beziehung zum Vater. Also in Jesus, dem Sohn Gottes, sehen wir und hören wir Gott den Vater. Das ist warum der Heilige Johannes hinzufügt, „Er selbst hat ihn kundgemacht.“[8]

            Dann, wie kann es sein, dass das Wort auch Licht ist? Das Licht ist der Gegenstand des Auges; das Auge sieht nicht den Klang oder den Geschmack, es sieht nur das Licht. Wenn das Licht ins Auge fällt, erfährt der Menschen genauso das, was er bisher nicht kannte. Wenn du in einem Zimmer bist, und es gibt ein Möbelstück, das vor dir steht, könnte es sein, dass du nicht weisst, das es dort ist, bis es genug Licht im Zimmer gibt. Die Wahrheit und die Wirklichkeit aller Dinge gießt sich in unsere Seele ein, wie der Wasserfall in den See. Und wenn wir etwas sehen, erhält unser Verstand eine Nachricht und wir erkennen es.

            Mit dem ewigen Wort, das Jesus Christus ist, von der Jungfrau Maria am Weihnachtstag geboren, wird die göttliche Wahrheit in unsere Seele eingegossen. Jesus ist das Wort, das wir berühren und sehen, wie der Heilige Johannes in seiner Schrift geschrieben hat, „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens.”[9] Aber der Vater hat in seiner übergrossen Liebe zu uns Sündern mit uns nicht nur durch die Worte und Werke der Propheten gesprochen, wie wir gelesen haben im Hebräerbrief heute am Weihnachtstage - denn Worte und Werke sind, in einem gewissen Sinn, Abstraktionen; sondern, er sprach zu uns durch seinen ewigen Sohn, und nicht nur durch seine Worte und Werke, sondern auch durch seine Fleischwerdung, durch sein Menschsein. „Er hat am Ende dieser Tage zu uns gesprochen im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welt gemacht hat.“[10]

            Heute, wenn wir vor dem Kind in Windel und Krippe die Knie beugen, was sehen wir? Sehen wir das Wort Gottes? Was bringt das Licht dieser Welt in Ihre Augen? Das Wort ist Fleisch geworden, und Gott wandelte auf der Erde. Du kannst hier das eine und einzige Wort des Vaters sehen, das von Ewigkeit aus dem Vater hervorgeht. Jahrzehnte später, wird Philip den Sohn Mariens bitten, „Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.“ Jesus antwortete, „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist?“

            Ein Licht bricht in unsere dunkle Welt an diesem Weihnachtstag aus, und dieses Licht ist die Offenbarung des Vaters. Jesus Christus vertreibt die Dunkelheit dieser Welt. Es ist eine Dunkelheit der Eigenliebe, die die Liebe des Vaters abstoßt; und diese Dunkelheit wurde durch das Licht der Offenbarung des Vaters zerstört. Zur Dunkelheit der Sünde sagt das Licht, „Glaube an den Menschgewordenen Sohn Gottes.“[11] Zur Dunkelheit der Unwissenheit sagt das Licht, „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“[12] Zur Dunkelheit des Herzens, das voll Böswilligkeit und Misstrauen ist, spricht das Licht, „Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“[13]

            Weihnachtstag ist eine günstige Gelegenheit, um eine Entscheidung zu treffen: glaube ich an das Licht oder nicht. Oh, meine geliebte Brüdern und Schwestern, wenn wir nur glaubten, das Gott Mensch geworden ist, wie würden wir nur für Gott leben, und würden wir nicht so vielen Eitelkeiten nachlaufen, Eitelkeiten die voll Dunkelheit und Verzweiflung sind! Die Dunkelheit bietet dir nichts. Jesus Christus ist das Licht, und er will dir nichts wegnehmen, sondern dir alles geben!

            Mit Herzen voll Liebe für Jesus Christus, den Sohn Gottes, von der Jungfrau Maria am Weihnachtstag geboren, versperren wir uns dem Licht nicht, sondern lassen wir das Licht des ewigen Wortes unsere Seele und Verstand erfüllen, weil es das Wort der Wahrheit Gottes ist, der Wahrheit der Rettung, und der Wahrheit der Hoffnung unserer Berufung. Amen.


 

[1] Jn 1,1.

[2] Gen 1,3.

[3] Jn 1,4.

[4] Jn 1,7.

[5] Jn 1,14.

[6] Jn 1,18.

[7] Jn 1,18.

[8] Jn 1,18.

[9] 1 Jn 1,1.

[10] Heb 1,2.

[11] Cf. Jn 16,9.

[12] Jn 8,12.

[13] Mc 1,15